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Übungssituation am Schalter. Eine Kursteilnehmerin erläutert einer stehenden Frau mit Sehbehinderung (erkennbar am gefalteten Langstock in der Hand) und einem sitzenden Mann mit Hörbehinderung (erkennbar am Cochlea-Implantat hinter dem Ohr) eine Broschüre.

© Foto: Flavia Trachsel

Wir vertreten uns selbst!

Fachkurs zur UNO-BRK für SelbstvertreterInnen

Nichts über uns ohne uns – Menschen mit Behinderungen haben das Recht, an öffentlichen Entscheidungsprozessen mitzuwirken, die sie betreffen oder ihr Leben beeinflussen. So steht es in der UNO-Behindertenrechtskonvention (UNO-BRK), die seit dem Jahr 2014 Teil des Schweizer Rechts ist.

Doch was bedeutet das Recht auf Partizipation in der Praxis? Wie kann ich sicherstellen, dass meine Meinung gehört und beachtet wird? Wie kann ich mich und die Interessen meiner Gruppe oder Organisation selbstsicher vertreten?
Voraussetzung dazu ist ein gewisses Basiswissen über die UNO-BRK und ergänzend dazu Vertrautheit mit den «Allgemeinen Bemerkungen Nr. 7 über die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen» des UNO-Ausschusses für die Rechte von Menschen mit Behinderungen.

An drei Nachmittagen setzen wir uns mit dem aktuellen Stand der Rechte von Menschen mit Behinderungen in der Schweiz auseinander. Wir diskutieren, welche Massnahmen der Staat ergreifen muss, damit die Versprechen der UNO-BRK Wirklichkeit werden. Und wir überlegen gemeinsam, welche Rolle wir dabei übernehmen können.

Hintergrund

Partizipation ist ein Grundpfeiler der UNO-BRK. Denn nur wenn sie vollumfänglich in Entscheidungsprozesse eingebunden sind, können Menschen mit Behinderungen gleichberechtigt am gesellschaftlichen und politischen Leben teilhaben. Nichtsdestotrotz erleben Menschen mit Behinderungen im Alltag zahlreiche Hindernisse, wenn sie ihr Recht auf Partizipation wahrnehmen wollen. Auch in der Schweiz besteht weiterhin eine tiefe Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Der Fachkurs richtet sich in erster Linie an Menschen mit Behinderungen, die lernen wollen, was das Recht auf Partizipation bedeutet und mit welchen Argumenten sie sich einbringen können. Durch konkrete Beispiele aus dem Alltag der Teilnehmenden verbinden wir Theorie und Praxis. So können die Teilnehmenden das Gelernte direkt anwenden und sich für ihre Menschenrechte stark machen.

Kursziele

  • Die Teilnehmenden entwickeln ein Bewusstsein für die eigenen Menschenrechte, wie sie in der UNO-BRK festgeschrieben sind.

  • Die Teilnehmenden kennen jene Menschenrechte, die für Menschen mit Behinderungen in der Schweiz besonders wichtig sind und können deren Bedeutung im Alltag einordnen.

  • Die Teilnehmenden können ihr Wissen als Instrument für die Selbstvertretung einsetzen.

  • Die Teilnehmenden profitieren vom Austausch in der Gruppe, welche die Perspektiven verschiedener Behinderungsarten abdeckt.

Programm

  1. Halbtag: Annäherung an die UNO-BRK
    Anhand ihrer Erfahrungen lernen die Teilnehmenden die Inhalte der Konvention kennen und identifizieren Lücken in deren Umsetzung.

  2. Halbtag: UNO-BRK als Vision und Instrument
    Die Teilnehmenden lernen die Prinzipien der Konvention kennen und überlegen gemeinsam, wie sie diese als Werkzeug für die Verwirklichung ihrer Rechte einsetzen können.

  3. Halbtag: Selbstvertretung
    Die Teilnehmenden setzen sich mit dem Recht auf Partizipation und seiner Bedeutung für die Gleichstellung auseinander.

Kursleitung

  • Stefanie Rinaldi
    freiberufliche Beraterin und Trainerin für Menschenrechte, allrights

  • Herbert Bichsel
    Gleichstellungsbeauftragter bei AGILE.CH, Vorstandsmitglied Sensability

  • Theres Steck
    Vorstandsmitglied Sensability

Organisation und Durchführung

Sensability in Zusammenarbeit mit AGILE.CH

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Kurs- und Teilnahmebedingungen lesen.

 

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Kursnummer

FK BRK 2019

Kursdaten

jeweils Freitag 13:00 - 17:00 Uhr
25. Oktober 2019
08. November 2019
22. November 2019

Ort

Blinden- und Behindertenzentrum,
Neufeldstrasse 95, 3001 Bern

Zielgruppe

Menschen mit und ohne Behinderungen. Personen, die selbst betroffen sind und sich bereits in Selbsthilfeorganisationen oder Sensibilisierungsprojekten engagieren haben Vorrang.

Kursgrösse

maximal 20 Teilnehmende

Kosten

Die Teilnahme ist kostenlos.

Anmeldung

Bis spätestens 27. September 2019
an info@sensability.ch oder
Tel. 031 351 76 72